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Vom Sportmuffel zum Popster

Poppilates mit Cassey Ho

// Kategorie: Storytime

Wer ist Cassey Ho und was macht sie? Youtuberin / Bloggerin / Fitnesscoach, die Sportmuffel wie mich mit ihren Videos für Sport begeistert. Und zwar mit ihrer ganz eigenen, besonderen Art und ihrer ganz eigenen Version von Pilates: POP Pilates.

Sportunterricht in der Oberschule: Der blanke Horror

In der Grundschule machte Sport noch Spaß, denn wir spielten nur. Umso größer war das Entsetzen in der Oberschule, als jede Sportstunde mit 10 Minuten Warmlaufen begann.

Ich hatte ja gar keine Ahnung, was alles in nur 10 Minuten passieren kann! Nach den ersten zehn Metern verwandelte sich mein Körper in einen Heizkessel. Danach kam der Schweiß literweise aus mir heraus, meine Beine schrien verzweifelt nach einem Stuhl, ich kam mit meiner Atmung völlig durcheinander, mir wurde schwindelig und jeder hatte Angst, dass mein Kopf, so knallrot wie er war, jeden Moment platzen und die guten Sporthosen der Anderen versauen könnte.

Schweißausbrüche beim Joggen

Und beim 10-minütigen Joggen blieb es nicht: Marathons gegen andere Schulen, Cooper-Tests, Bundesjugendspiele, Zirkeltraining, Turnen wie im Zirkus und und und. Ich habe es gehasst! Weil ich schlecht darin war. Und damals keine Ahnung hatte warum.

2010 war dann endlich das Jahr gekommen, in dem ich vom Sportunterricht erlöst wurde: Ich hatte das Abitur geschafft. Hurra! Nie wieder Sportunterricht!

Uni: Endlich Student, keine Zeit mehr für Sport

Zunächst war ich überglücklich. Kein Sport, dafür umso öfter auswärts essen mit Freunden und auch beim Lernen daheim wurde alles mögliche gefuttert. Am Ende des ersten Semesters ging es aber los: Rückenschmerzen, Nackenverspannungen, Kopfschmerzen, plattgesessener Hintern und der Ohnmacht nahe, wenn ich 50 Meter zum Bus sprintete, um pünktlich zur Vorlesung zu kommen.

Spätestens als ich an einem Tag meine hautenge Lieblingsjeans nicht mehr zu bekam, wusste ich Livia, wir müssen Sport machen. Aber an wen wende ich mich, wenn ich keine Ahnung von Sport habe und mir das Fitnesscenter nicht leisten kann? YouTube!

Zugenommen während der Uni

Sport mit Cassey Ho: Wo und wann ich will

Ich fing mit Casseys Beginner’s Calendar an, in dem sie alle wichtigen Grundlagen erklärt. Obwohl ich zuvor keine Ahnung von Pilates hatte, hatte ich den Dreh schnell raus.

Im Anschluss verfolgte ich ihre monatlichen Trainingspläne. Sie versendet über ihren Newsletter ein Passwort, mit dem man auf ihrer Website den Kalender des aktuellen Monats downloaden kann. Begleitend dazu gibt es meistens auch eine Challenge, wie beispielsweise #journeytosplits, wo man sich Tag für Tag dem Spagat nähert. Die Videos erreicht man alle über ihren YouTube Channel.

Playlist auf Youtube aktivieren, Matte ausrollen und los geht’s: Viel Platz braucht man für POP Pilates nicht. Was super ist, denn ich schmeiße mich gerne mal zwischendurch auf die Matte bei längeren Lern-Sessions.

Sport machen und Spaß haben

Was in mir den größten Spaß geweckt hat, ist, dass Cassey jede Übung aktiv mit ihren Viewern gemeinsam macht. Und sie schafft es sogar noch dabei zu sprechen und einen zu motivieren. Es kann unter Umständen aber auch etwas merkwürdig werden, wenn man überlegt aufzugeben und es plötzlich aus dem Laptop schallt “Don’t! No! Don’t even think about stopping!”.

Die Ausrede “Die Übungen sind zu schwer für mich.” kann man sich auch sofort abschminken, da es von so gut wie jeder Übung mehrere Varianten gibt; Für Anfänger, Fortgeschrittene und Hardcore-Popster.

Ich mache Sport, um dünn wie ein Model zu sein

Wer so denkt, der sollte lieber einen großen Bogen um Blogilates machen. Der mitunter größte Grund, warum ich Cassey als Trainer so klasse finde, ist ihre Vermittlung eines realistischen und positiven Körperbildes.

"Bodies come in different shapes and sizes.", "Be the best version of yourself!"- Cassey Ho

Es geht nicht darum, eine Thigh-Gap oder diese Schlüpper-Brücke zu bekommen. Es geht darum, täglich seinen Körper zu bewegen, ihn herauszufordern und stärker zu werden. Für mich ist Sport ein wichtiger Ausgleich zur (sitz-intensiven) Uni geworden. Wenn ich aber meinen Plank heute länger als gestern halten kann, dann ist das zusätzlich auch noch eine Errungenschaft, die mir Niemand wegnehmen kann.



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