Mein Block

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Mein Block

Mein Block, mein Block, mein Block – ich widme diesen Beitrag meinem Block! Anderthalb Jahre wohnte ich in diesem Block und nun kann er mir samt seinen Bewohnern den Buckel runter rutschen. Dabei war der Anfang dort so schön, die ersten 10 Minuten.

Schlafen kannst du, wenn du tot bist!

… oder einen tiefen, sehr, sehr tiefen Schlaf hast. Ich hingegen wache von jeder Kleinigkeit auf, was meiner Meinung nach nicht unbedingt eine schlechte Eigenschaft ist. Bei einer Alieninvasion höre ich das UFO als Erste und bin sofort auf und davon! Übermüdet, aber in Sicherheit werde ich sein.

Jetzt ratet mal, wie lustig es die vergangenen anderthalb Jahre für mich war neben einem Park zu wohnen. Was an einem Park schlimm ist, fragt ihr euch? Oh, ich vergas zu erwähnen, dass jeder zweite Mensch hier einen Hund hat. Hunde, die Gassi geführt werden müssen. Und da man ein freier Mensch ist, lässt man sich nicht vorschreiben, wann man Bello Gassi führt. Das wird gefälligst um 2 Uhr morgens getan, wenn man Lust darauf hat!

Und so schallen die Stimmen der Bellos jede Nacht durch unsere Siedlung. Ah quatsch, rund um die Uhr können Sie diese Klänge hier bei uns genießen! Dankbar sollte ich all den Besitzern Blumen schenken, die Bello nicht mal zum Park führen, sondern sich einfach mit ihm auf die Bänke hier unten hinsetzen. Wenn Bello halt neben dem Geschäft noch einplant eine ganze Stunde am Stück jeden Grashalm einzeln anzubellen, dann ist das halt so! Frauchen labert ihn schließlich 24/7 lang voll, das Tier muss sich doch auch mal abregen dürfen.

Hundegebell

Jeder Tag, an dem nicht gebohrt oder gehämmert wird, ist ein vergeudeter Tag

„Die Großstadt ist so toll, ich will mal in einem Hochhaus wohnen!“ – NEIN! Willst du nicht! Wir haben hier 14 Stockwerke, auf jeder Etage sind zehn Wohnungen, drei Hausnummern sind miteinander verbunden und gegenüber von unserem Block stehen noch 2 solcher riesigen Wohnungsmonster. Und Jeder renoviert! Jeden Tag, zu jeder Uhrzeit, mit einer bemerkenswerten Ausdauer.

TOK, TOK, TOK, TOK!!! Toll, es ist 7 Uhr! Ich bin um Mitternacht ins Bett gekommen und von den Bellos nur um 2, 3 und 5 Uhr geweckt worden. Und nun weckt mich einer der Hobbyhandwerker hier im Haus. Kein Problem, ich hätte zwar bis 9 Uhr schlafen können, aber Schlaf ist doch überbewertet. Wir kippen uns einfach eine Kanne Kaffe in den Körper und sind produktiv, bis wir um 11 Uhr los zur Uni müssen. Wen stört es schon vier Stunden lang Baulärm zu lauschen. Wenigstens stimmt nach kurzer Zeit noch anderes Werkzeug mit ein. Hier wird einem auf jeden Fall Abwechslung geboten.

Als Student hat man immer etwas zu tun: Pflichtlektüren lesen, Theorien verstehen, Übungsaufgaben bearbeiten, Vokabeln lernen, Klausurvorbereitung. Und nein, es stört mich überhaupt nicht, wenn dabei die Nachbarn über, neben, unter und gegenüber von mir alle plötzlich Tine Wittler nacheifern möchten und ihre Wohnungen, nein, die ganze Welt renovieren wollen!

Baulärm

Müll wegbringen: Mission Impossible!

Als ich damals ein wenig größer als unser Mülleimer geworden bin, gehörte es zu meinen Aufgaben ihn zu leeren. So trottete Meinereiner in Knirpsversion immer brav zum Müllraum am Ende unseres damaligen Blocks. Egal ob bei Regen, Wind, Schnee oder Sonnenschein, der Müll musste weg.

Mir war ja gar nicht bewusst, wie äußerst begabt ich durch diese Fähigkeit bin. Eine Rarität bin ich, ein Einzelkämpfer, die Auserwählte, die ihren Müll selbst heute noch zum Müllkäfig (wie nennt ihr die umzäunten Müllplätze?) bringen kann! Immer wieder begegne ich den Spuren gescheiterter Missionen. Vor den Wohnungstüren, im Fahrstuhl, in den Fluren, 5 Meter vor unserem Hauseingang: Überall liegen Mülltüten, dessen Besitzer den bitteren Pfad zur Mülltonne nicht meistern konnten. Es muss so grausam sein, man male sich lieber nicht aus, wie deren Wohnungen aussehen müssen.

Mission Impossible

Nun aber mal im Ernst:

Es ist doch wirklich schade, dass in so großen Blöcken die Leute keine Rücksicht aufeinander nehmen können. Der Müll sieht nicht nur sch*** aus, es stinkt und zieht Insekten an. Die nächtlichen Lärmbelästigungen unter der Woche durch Hunde oder Balkon-Parties sind auch respektlos. Ich kann zur Not noch meine Vorlesungen schwänzen und tagsüber Schlaf nachholen, aber was machen denn die Berufstätigen?

Glücklicherweise haben mein Freund und ich eine Wohnung in einem dreistöckigen Häuslein ergattern können. Ich könnte nicht glücklicher sein und zähle die Tage bis hin zur Schlüsselübergabe!

Kategorie: Storytime
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