Körper zeichnen – Proportionen und Bewegungen

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Körper zeichnen – Proportionen und Bewegungen

Körper zeichnen frei aus dem Kopf schien immer unmöglich für mich. Dies änderte sich jedoch damals im Kunst Leistungskurs während des Modesemesters, als unsere Lehrerin uns Tipps und Tricks zeigte, mit denen man einen Körper selbst „aufbaut“ und dabei die Proportionen einhält.

Da ich im vergangenem Jahr das Zeichnen vernachlässigt habe, stellte ich fest, dass ich diese Tipps und Tricks nicht mehr anwenden konnte. Es herrscht Nachholbedarf!

Mit achteinhalb Köpfen einen Körper zeichnen

Laut Wikipedia kann der Körper einer erwachsenen Person in 7,5 Kopfgrößen eingeteilt werden. Da wir damals im Modesemester Figurinen gezeichnet haben, die einem idealisierten Model-Typ entsprechen, nutzten wir 8,5 Kopfgrößen. Für meine Übungseinheit stützte ich mich ebenfalls auf die 8,5 Kopfgrößen. Strikt an die Einteilung muss man sich natürlich nicht halten, ich finde sie jedoch als Orientierung ziemlich nützlich.

8 Segmente

Den Körper bewegen

Wenn man sich erst einmal bewusst ist, welche Körperteile man bewegen kann und wie diese dann die Positionen von benachbarten Körperteilen beeinflussen, ist es eigentlich relativ einfach eigene Posen zu bauen. Für meine Übung habe ich vorerst trotzdem Vorlagen benutzt, um die eigentliche Verkettung von Bewegungen zu verstehen.

Viele fangen beim Zeichnen mit dem Kopf an (ich gehöre auch dazu), doch für Posen ist es wichtig sich klar zu sein, welches Bein das Standbein ist. Es trägt das Körpergewicht, während das so genannte Spielbein frei beweglich ist. Je nachdem wie man sich entscheidet die beiden Beine zu positionieren wird die Hüfte bewegt. Beim Oberkörper beeinflussen die Lage beider Schultern die Lage der Schlüsselbeine und natürlich der Arme.

Auswirkungen der Hüfte

Je stärker man mindestens ein Bein beugt, desto weiter neigt sich der Oberkörper nach vorn und das Gesäß weicht nach hinten. Es sei denn man ist super gelenkig, diese Menschen können sicher ihren Rücken wieder aufrecht biegen. Bei meinem Selbstversuch hat mein Unterrücken das jedoch schmerzhaft verhindert.

Körper seitliche Pose
Sollen sich Hände in der Mitte des Körpers treffen, ist es eigentlich nur wichtig die Proportionen der Arme einzuhalten. Der Unterarm ist ohne Hände etwas kürzer als der Oberarm, mit Händen ein wenig länger. Dies ist meiner Meinung nach jedoch nur „einfach“, wenn es sich um Bewegungen direkt vor dem Körper handelt, bei denen sich die Oberarme seitlich vom Körper befinden. Schwierig wird es ein wenig, sobald Arme zum Betrachter hervor ragen. Für mich persönlich wird solch ein Arm dann zur Katastrophe, denn anstatt nach vorn ragend auszusehen, sieht er meist nach einem unproportionalen Stummel aus. Zur Not ist es hilfreich sich vor den Spiegel zu stellen und es selbst auszuprobieren.

Arme vor dem Körper



Genug geübt! Jetzt wird angewandt

Da ich nach dem Üben nur noch im unteren Bereich meines Papier platz hatte, entschied ich mich eine Art Plank-Position mit angewinkeltem Bein zu zeichnen.

Zur Orientierung zeichnete ich mir vorsichtshalber Hilfslinien der acht Kopfgrößen ein. Auch der Rippenbogen half mir, mich halbwegs zu orientieren an welcher Stelle der Körper gebogen werden kann. Den Brustkorb als Gehäuse unserer Organe möchten wir nicht unbedingt nach außen biegen.
Eine Kleinigkeit auf die ich achte, ist, eine leichte Wölbung unter den Bauchnabel einzuzeichnen. Die Hüfte ist leicht zum Betrachter gebeugt, da nur ein Bein nach hinten ausgestreckt werden soll. So verlagert sich das Gewicht automatisch. Würde man ein Stück Pappe auf zwei gleich hohe Zylinder setzen, den einen Zylinder jedoch seitlich anwinkeln während er weiterhin den Grund berührt, würde die Pappe sich ebenfalls senken. Ähnlich verhält sich die Hüfte hier im Beispiel.

Körperbau

Nun positionierte ich das nach hinten gestreckte Bein. Da es durchgedrückt ist, ist es relativ gerade bis auf die Rundungen, die aufgrund der Muskeln entstehen. Auch ein Knie ragt immer aufgrund der Kniescheibe ein wenig hervor. Beim angewinkelten Bein fürchtete ich, dass es falsch aussehen könnte. Schließlich sollte das Knie ungefähr unter der linken Seite der Hüfte unserer Figur liegen. Hoffentlich würde später die Schattierung einiges klarer machen.

Skizze Körper

Als der Körperaufbau fertig war, fügte ich Details und Schattierungen hinzu. Ich hoffe, dass das angewinkelte Bein so aussieht, als würde es zum Betrachter hervorragen. Leicht war diese Übung nicht, aber ich habe wieder einiges an altem Wissen aufgefrischt und Neues gelernt.

Körperbau

Detaillierte Beitragsreihe, wie man einen Menschen zeichnet

Kategorie: Hilfreich
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2 Kommentare

  1. hallo Livia, hast du inzwischen eine loesung fuer deas problem mit den Armstuempfen gefunden? also wenn der Arm nach virne zeigt? ich kenne das naemlich auch! :-)

    1. Jein :D Ich habe schon ein wenig recherchiert und unser gemeinsamer Feind heißt perspektivische Verkürzung! Was ich bis jetzt habe reicht allerdings noch nicht für einen Beitrag aus.
      Momentan arbeite ich noch an der Reihe zu den einzelnen Körperteilen, aber vielleicht kann ich zwischendurch einen kleinen Übungsbeitrag zur perspektivischen Verkürzung einschieben? Ich notiere mir das mal! Danke, dass du das angesprochen hast :D

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