Ich muss zurück nach Südkorea! – Teil 2: Stadttrubel in Seoul

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Wenn man als Berliner durch Seoul schlendert, dann fallen einem überall Dinge auf, die anders sind als in Berlin. In Teil 1 habe ich über das leckere Essen berichtet, das ich in Seoul genießen durfte. Im heutigen Teil möchte ich meine Eindrücke über den Stadttrubel in Seoul und die vielen wässrigen Besonderheiten teilen, die die Stadt im Sommer zu bieten hat.

Stadttrubel mal anders

In Seoul leben rund 10 Millionen Menschen. In Berlin hingegen ungefähr 3,5 Millionen. Berlin ist aber mit knapp 900km² viel größer, als Seoul mit fast 600km². Du kannst Dir also vorstellen, dass man auf den Straßen Seouls nie allein unterwegs ist.

Mir ist aufgefallen, dass an den Hauptstraßen die Gebäude oft gigantisch und modern sind, wie man auf dem Foto hier nahe der Gangnam U-Bahnstation erkennen kann. Klar haben wir in Berlin ebenfalls die eine oder andere Stelle, die ähnlich aussieht. In Seoul scheinen sich diese hohen Gebäude aber durch fast jede Hauptstraße zu ziehen. Das wirkt mitunter ziemlich riesig, wenn man eine hunderte von Metern lange Hauptstraße entlang schaut und überall die neusten Modelle von Kia und Hyundai an einem vorbei sausen.

Seoul City

Bog man jedoch von einer Hauptstraße auf eine Seitenstraße ab und bewegte sich hinter die großen Hochhäuser, so sah man plötzlich viele kleine, eng gedrungene Gebäude. Eine völlig andere Welt! Die Geschäfte befinden sich teilweise übereinander und man erreicht die Läden in den oberen Stockwerken über die kleinsten Außentreppen, die ich je gesehen habe. Kenn ick aus Berlin och nich! Jefällt mir! Kuschelig.

Seoul Seitenstraße

Achtung, das ist nur Tarnung!

Das ist etwas gewesen, was ich für eine wirklich klasse Idee halte! Auf dem hinteren Grundstück wurde ein neues Gebäude gebaut und anstatt einen langweiligen Zaun drum herum zu ziehen, haben die Koreaner die Baustelle mit diesen Plakaten als Grünfläche getarnt.

Baustelle gut getarnt

Wasser wo das Auge hin sieht

Mitten durch Seoul zieht sich der Hangang oder auch Han Fluss. Er teilt die Stadt regelrecht in zwei Teile, aber genügend Brücken ermöglichen es trotzdem problemlos vom Norden in den Süden oder andersherum zu reisen.

Hangang oder Han Fluss Seoul Südkorea

Der Hangang allein ist aber noch nicht genug Wasser für Seoul. Überall in der Stadt befinden sich kleine oder große Wasserspiele, die mich sehr oft in den heißen Augusttagen meines Aufenthalts dort gerettet haben. Trinken sollte man natürlich aus keinem dieser Gewässer, aber sie sind super für eine kleine Abkühlung.

Wasserspaß in Gangnam

In Gangnam habe ich meinen absoluten Lieblingsplatz gefunden. Neben dem Hangang befand sich eine Art riesiges, öffentliches Becken mit diversen kleinen Fontänen. Und bei Dämmerung wurde das Becken auf noch von bunten Wasserlampen angeleuchtet.

Wasserspaß in Gangnam

Ich war nicht die einzige, die glücklich ihre Füße in das kühle Wasser steckte: Überall plantschten kleine und große Kinder im Wasser. Mütter, Väter, Großeltern und junge Erwachsene blieben ebenfalls nicht fern von dem Becken.

Wasserspaß in Seoul

Bei all den vielen Menschen wunderte es mich als Berliner, wie sauber und frei von Müll das Becken war. Ich erinnere mich noch genau an den großen Springbrunnen in meiner alten Nachbarschaft in Neukölln, der mit der Zeit völlig zugemüllt wurde. Es dauerte nicht lange, da lohnten sich die ständigen Aufräumarbeiten finanziell nicht mehr und so legte man ihn still. Wir hätten es so schön haben können! Schade, schade…

Wasserspaß in Gangnam am Abend

Der urbane Fluss Cheonggyecheon

Den Cheonggyecheon kennen sicher diejenigen, die koreanische Dramen schauen. Meine Wenigkeit hatte die Ehre ihn mit eigenen Augen sehen zu dürfen!

Cheonggyecheon

Auch der Cheonggyecheon eignete sich super, um sich eine kleine Abkühlung zu gönnen. Wenn ich mich recht entsinne, haben wir uns nach dem scharfen Kimchi-jjigae Eintopf aus Teil 1 unter dieser Brücke zu den Koreanern gesetzt und unseren Körpern erstmal eine Auszeit gegönnt.

Unter einer Brücke am Cheonggyecheon

Läuft man an dem Fluss entlang, so verändert er sich von einem sehr modernen und urbanen Design zu einem eher natürlicher aussehenden Fluss. Total spannende Sache, wenn ihr mich fragt. Ich halte mich sowieso gerne am Wasser auf, aber diesen Fluss entlang zu spazieren hat mir besonders viel Spaß gemacht.

Cheonggyecheon

Cheonggyecheon

Die müllfreie Stadt?

Müllfreie Stadt SeoulAls Berliner war ich wirklich sehr beeindruckt, wie sauber die Straßen von Seoul waren und dass kein Müll in den Gewässern dort umher schwamm. Dabei habe ich weit und breit keinen Mülleimer gesehen!

Bis heute ist es mir ein Rätsel, wo man eigentlich seinen Müll hin steckt in Seoul.

Ich habe ihn stets in meiner Handtasche mit mir umher geschleppt und bin alles erst in meinem Hostel los geworden. Erst zum Ende meines Ausfluges habe ich mitbekommen, dass am Straßenrand große Mülltüten auf ihre Abholung warten und man seinen Müll eigentlich dort hinein werfen darf. Sicher bin ich mir aber immer noch nicht.

Die Berliner könnten sich bezüglich der Sauberkeit auf den Straßen wirklich mal eine Scheibe von den Seoulern abschneiden. Wäre Berlin frei von all dem Müll und den diversen Körpersäften auf den Straßen, könnte es vielleicht auch eine so charmante und nette Stadt sein… Aber gut, ich vermute die speziellen Düfte und Co. macht das aus, was man unter Berliner Charme versteht…

In diesem Sinne: Ich muss zurück nach Südkorea!

Kategorie: Storytime
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