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Ich muss zurück nach Südkorea Teil 1

Das koreanische Essen

// Kategorie: Storytime

Im Sommer 2013 hat es mich das erste Mal nach Südkorea verschlagen. Ich war nicht einmal zwei Wochen dort, aber diese kurze Zeit hat ausgereicht, um immer wieder Fernweh zu bekommen. Das Land hat so viele tolle Dinge zu bieten. Ganz besonders aber hat es mir das Essen dort angetan! Allein wegen der tollen Küche muss ich eines Tages zurück nach Südkorea.

Das koreanische Essen

Ich liebe gutes Essen. Daher ist es für mich auf Reisen am wichtigsten die lokale Küche zu probieren. Allerdings sollte man seinen Gaumen auf manche Länder vorbereiten, damit es keine bösen Überraschungen gibt.

scharfes Essen

In Südkorea zum Beispiel gibt es Speisen, die Dich Flammen spucken lassen. Oder Dir zumindest das Gefühl geben, das zu können. Daher habe ich Wochen vor meinem Reiseantritt damit begonnen scharf zu essen.

Was ist so toll am koreanischen Essen?

Was mich am meisten fasziniert, ist der Tischgrill. In Berlin kenne ich aus manchen koreanischen Restaurants eine Vorrichtung, bei der man Dir einen Tischgrill als separates Gerät auf den Tisch stellt, der mit Gas betrieben wird. In Südkorea setzt Du dich an einen Tisch, in dem der Tischgrill eingebaut ist.

In einer Vertiefung liegen Steine, die glühend heiß sind. Darüber liegt ein Grillrost, auf dem das frische Fleisch gegrillt wird. Direkt darüber hängt eine Abzugshaube, damit bei vielen Gästen das Restaurant nicht voll gemieft wird (also wegen dem Grillen, nicht weil die Gäste miefen).

koreanisches Essen

In Korea wird Essen geteilt. Du bekommst lediglich eine Reisschüssel, aus der nur Du isst. Alles andere wie Fleisch und Beilagen werden geteilt. Es ist eine viel schönere und offenere Art zu essen, als ich es aus unserer Region kenne, wo jeder seinen eigenen Teller hat und nichts darauf wo anders hin wandert, als in den eigenen Schlund.

Problematisch wird es, wenn man mit Leuten unterwegs ist, mit denen man bezüglich des Gerichts auf keinen Nenner kommt. Zum Glück ist mir das mit meinen Mädels nicht passiert!

Die Weißen und der feurige Eintopf

Zum Thema Essen in Südkorea habe ich eine kleine Lieblings-Anekdote:

Um das richtige koreanische Essen endlich erleben zu können, bin ich mit zwei Freundinnen in Seitengassen auf die Suche nach kleinen Restaurants gegangen. Mir sind kleine, familiäre Restaurants in der Regel lieber als die großen, edlen Restaurants auf den Hauptstraßen.

Wir fanden ein sehr kleines Restaurant, dessen Gästebereich kaum größer als ein Wohnzimmer war und gerade mal fünf Tische bot. Nach kurzer Absprache, ob jeder bereit für ein feuriges Erlebnis ist, bestellten wir bei einer super gut gelaunten und sehr freundlichen Dame Kimchi-jjigae, einen sehr, sehr scharfen Eintopf.

Ungläubig versuchte sie uns darauf aufmerksam zu machen, dass der Eintopf wirklich scharf ist, selbst für Koreaner. Wir ließen jedoch nicht locker und meinten, dass wir auf jeden Fall ihren Kimchi-Eintopf essen wollen.

Weiße und koreanisches Essen

Jetzt stand die Arme da, mit drei weißen Langnasen, die partout nicht auf sie hören wollten. Selbstmord ist das doch, blanker Selbstmord. Wissen diese Weißen denn nicht, was das für Auswirkungen haben kann?

Sie brachte uns einen großen Topf aus Metall, stellte ihn auf den Tischgrill und beobachtete das Schauspiel hinter ihrem Tresen, direkt neben dem Telefon. Wer weiß, wenn die Weißen umkippen, dann hat man den Telefonhörer direkt in der Hand.

김치찌개

Wir stürzten uns auf den Eintopf und verfielen in ein abwechselndes “Mmmmm!” und gaben ihr den Daumen hoch. Als wir drei nach einigen Minuten immer noch am Leben waren und lediglich das Näschen manchmal abtupften, war ihr die Erleichterung ins Gesicht geschrieben und sie half uns sogar noch das riesige Stück Fleisch zu zerkleinern. Die weißen Langnasen haben keinen Unfug angestellt!

Streetfood

Ich habe kaum Fotos von dem vielen  Streetfood, das ich gegessen habe. Meistens hatte ich keine Hand mehr für ein Foto frei oder habe das Essen viel zu sehr genossen, um an Fotos zu denken.

Streetfood in Korea ist völlig anders, als unsere Curry- oder Dönerbuden in Berlin. Es stehen überall kleine Stände rum mit nur ein bis zwei Personen darin, die auf engstem Raum das Essen zubereiten und verkaufen. Ich habe nie lange warten müssen und es war stets lecker.

Streetfood Korea

Als ich in Seoul war, habe ich ziemlich oft Kimbap, Ddeokbokki, Fischkuchen, diverse Spieße und alles mögliche mit Teigummantelung gegessen, von dem ich oft nicht wusste, was genau es ist.

Es gab aber einen Snack, mit dem ich jeden Tag in Seoul gestartet habe: Das sogenannte Corn Dog. Zwischen der nächsten U-Bahn Station und dem Hostel, in dem ich wohnte, befand sich direkt neben einer großen Straßenkreuzung auf dem Gehweg eine Frau mittleren Alters mit einem Stand Würstchen im Teigmantel.

Corn Dog

Sie war dort jeden Tag, von Montag bis Sonntag und verkaufte die Würstchen bis in die späten Nachmittagsstunden. Ich glaube, dass ich es so gerne morgens gegessen habe, weil es mich in gewisser Art an die gute alte Pausen-Schrippe aus der Schulzeit erinnert hat. Es ist sicherlich nicht der gesündeste Snack, aber im Urlaub kann man da schon drüber hinweg sehen ;)

Liebe geht durch den Magen

Leider, leider habe ich noch keine Chance gehabt wieder nach Korea zu fliegen, daher versuche ich mir immer wieder ein wenig koreanische Küche selbst nach Hause zu bringen. Mit den Rezepten von Maangchi.com ist das sehr einfach und ich kann die Dame nur empfehlen, falls Jemand auch Interesse an der koreanischen Küche hat.

Sobald es sich zeitlich und finanziell anbietet, werde ich meine sieben Sachen und ein Lätzchen einpacken und endlich wieder zu meiner großen Liebe, dem koreanischen Essen, fliegen. Wenn es sich ergibt, würde ich gerne mal nach Busan fliegen, da die Küche dort vor allem wegen des frischen Fischs und den Meeresfrüchten bekannt ist.

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