Es ist kein Weltuntergang, wenn dein Studiengang nicht das Richtige war

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Es ist kein Weltuntergang, wenn dein Studiengang nicht das Richtige war

Irgendwann trifft es uns alle: Die Schule ist vorbei und es ist an der Zeit sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Während Einige eine Ausbildung beginnen, entscheiden sich Andere für ein Studium. Stell dir vor wie blöd es wäre, wenn du da die falsche Entscheidung triffst. Gut, ein Studium lässt sich jederzeit abbrechen. Was aber, wenn du erst nach Jahren feststellst, dass dein Studiengang nicht das Richtige war?

Manchmal verläuft man sich eben

“Sie müssen etwas in Richtung Kunst machen, Frau Oh Man!” pflegten meine Lehrer in der Oberschule zu sagen. “Auf gar keinen Fall, Künstler sind alle arm. Du musst etwas Sinnvolles machen. Du musst irgendwann Geld verdienen!” pflegte mein Vater zu sagen.

Hand auf’s Herz: Ich wollte nach dem Abitur etwas Kreatives machen. Aber ich entschied mich schweren Herzens dagegen, denn ich wollte meinen Vater nicht enttäuschen und hatte unheimliche Angst davor, dass er mit der Aussage über arme Künstler recht haben wird. Das einzige Problem war, dass ich mich mit dieser Entscheidung gegen das Einzige entschieden habe, worin ich gut war.

War es dumm mich von meinem Vater aus der Bahn werfen zu lassen? Nein. Dass ich mich gegen ein Kunststudium entschied und mir habe reinreden lassen zeigt doch eigentlich nur, dass ich mir selber damals gar nicht sicher war, was ich machen soll.

So ist das nunmal manchmal im Leben: Man ist unsicher, verwirrt und latscht dann einfach mal in die völlig falsche Richtung los.

Willkommen im Studiengang Nicht Das Richtige

“Du musst etwas Sinnvolles machen. Du musst irgendwann Geld verdienen!”

Ich bin mir ziemlich sicher, dass mein Vater damit kein Studium in den Koreastudien meinte, aber da saß ich nun. Mein Notendurchschnitt war nicht gut genug, um in einen ”sinnvollen” Studiengang wie BWL zu gelangen, aber in den Koreastudien nahm man mich an und BWL konnte ich wenigstens in den Nebenfächern belegen. Meiner Meinung nach habe ich das Beste aus meiner Situation gemacht.

Man kann es drehen und wenden wie man will, meine Leidenschaft war dieses Studium nicht. Es machte mich in späteren Semestern sogar sehr wütend, da mir immer mehr Zeit fehlte kreativ zu sein. Das Studium nahm jede Minute meines Lebens ein und zu allem Übel wirkte sich die ständige Unzufriedenheit auf mein Lerntempo aus. Und an manchen Tagen betrat ich Dimensionen von Unzufriedenheit, die keiner betreten sollte – und trotzdem kennen viele Studenten diese Unzufriedenheit.

In solchen Momenten überlegt man das Studium abzubrechen. In meinem Jahrgang entschieden sich selbst im 5. Semester Kommilitonen für einen Abbruch. Manche davon fingen eine Ausbildung an oder fanden einen Job, andere wechselten in ein anderes Studium und einige tauchten nach einem Jahr wieder in den Koreastudien auf.

Was die anderen machten half mir natürlich nicht weiter, aber es war eine kleine Erleichterung zu sehen, dass ich nicht die Einzige war, für die der Studiengang nicht das Richtige zu sein schien. Es gibt keinen einen, richtigen Weg mit dieser Situation umzugehen. Für mich persönlich kam ein Abbruch nicht in Frage, deshalb biss ich in den sauren Apfel und zog es durch.

Talent und Arbeitsdisziplin

Das Schöne daran in etwas Talent zu haben ist, dass man viel schneller lernt und sogar Freude dabei hat.

Ah, wie schön war die Zeit in der Oberschule! Wir haben so viele verschiedene Dinge im Kunstleistungskurs ausprobiert und sind sogar freiwillig länger in der Schule geblieben, um unsere Projekte zu beenden. Egal wie merkwürdig die Aufgaben unserer Lehrerin manchmal waren, wir waren immer mit Herz bei der Sache und dabei sind die unterschiedlichsten Werke entstanden, wie diese merkwürdige Skelett-Blume:

Crazy Dinge im Kunst Leistungskurs

Das Schöne daran in etwas kein Talent zu haben ist, die Erkenntnis, dass du dir Erfolg hart erarbeiten kannst.

Du kannst als Mensch nicht wachsen, wenn dir stets alles in den Schoß fällt. Wenn du dich aber durchkämpfen musst und dich kontinuierlich motivierst das schier Unmögliche möglich zu machen, dann entwickelst du eine Arbeitsdisziplin, die dir für’s Leben bleibt!

Wer sagt, dass es zu spät ist den richtigen Weg einzuschlagen?

Bei mir hat es erst vor zwei Wochen klick gemacht: Was, wenn ich einen Job finde, den ich genau wie mein Studium nicht liebe und der gleiche Stress erneut auf mich zu kommt? Werde ich immer wieder unter’m Schreibtisch landen? Soll das mein Leben bis zur Rente sein?

“Du musst etwas Sinnvolles machen.”

Mein Vater hatte die ganze Zeit über Recht. Es gibt nichts Schlimmeres, als keinen Sinn in deiner Arbeit zu sehen. Eine Arbeitswoche beträgt zirka 40 Stunden. Bei Selbstständigen ist das oft sogar mehr. So viel Lebenszeit kann doch kein Mensch für Sinnlosigkeit opfern, wenn man nicht ständig heulend unter den Schreibtischen dieser Welt enden will.

Also ist es eigentlich genau das, was sich jeder von uns fragen sollte: Worin sehe ich Sinn?

Für mich ist es kreatives Arbeiten online in Verbindung mit Werten, die sich steigern lassen. Ähnlich wie hier auf dem Blog: Tutorials und Beiträge schreiben und Besucherzahlen steigern. Ähnlich wie etwas, was ich im Studium gelernt habe.

Nach langer Auseinandersetzung mit mir selbst lag meine berufliche Richtung auf der Hand:

Wie finde ich mit dem falschen Studium einen Job?

Hinsetzen und Brainstormen

Egal wie anstrengend und falsch dir dein Studium vielleicht erscheint, du wirst irgendetwas daraus mitgenommen haben. Was? Fähigkeiten? Wissen? Erfahrungen? Mach dir eine Liste. Als nächstes frage dich, was deine Talente und Stärken sind. Schreib das dazu. Kannst du die Dinge auf der Liste miteinander verbinden? Als letztes überlege dir, ob dir vielleicht noch etwas fehlt und wo du das herbekommst (z.B. durch einen online Kurs oder eine Weiterbildung).

Vielleicht weißt du jetzt schon, welchen Job du damit ausüben kannst. Falls nicht, musst du das jetzt noch herausfinden :)

Du kannst zum Ende und nach dem Studium Ausschau nach einer akademischen Berufsberatung halten und dir dort helfen lassen. Ich persönlich fand sie sehr hilfreich, habe aber konkrete Jobs über Linkedin kennen gelernt. Es ist gut deine Richtung zu kennen, aber wenn du den passenden Jobtitel nicht benennen kannst, wird die Stellensuche sehr schwer werden :) So kannst du (falls du noch nicht weißt was du machen willst) auch gut einschätzen, ob die Aufgaben etwas für dich sind oder nicht.

Kategorie: Diverses
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