Draw This Again – Miese Laune

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Draw This Again – Miese Laune

Zwar ist es eine uralte Praktik, dass Künstler und Hobbykünstler ein altes Bild erneut malen oder zeichnen, aber das Internet hat dem Kind zumindest einen neuen Namen gegeben:
Draw This Again

Mein Meister hat mir bereits vor einigen Jahren diese Praktik ans Herz gelegt, jedoch habe ich es – warum auch immer – nie getan. Er meinte, es wäre eine gute Möglichkeit anhand der eigenen Fehler zu lernen. Das Internet hingegen behauptet, es geht darum den eigenen Fortschritt besser zu sehen. Hm, was denn nun?

Bewaffnet mit meinem kleinem Skizzenbuch, meinem Zeichenblock und einer Kiste voller Bleistifte ziehe ich los, um Antworten zu finden.

Miese Laune zeichnen – Work in Progress

Die Wahl fällt auf eine Zeichnung, die wohl irgendwann 2007 entstanden sein muss. Ich fange mit den Augen an und mir fällt direkt auf, dass es eine große Herausforderung ist von solch einer schlechten Vorlage ausgehend zu zeichnen.

Nachdem unter starkem Einsatz des Radiergummis die Augen endlich korrekt zu sein scheinen, geht es weiter mit der Haut im Gesicht. Einige skizzieren erst das komplette Motiv, mir fällt es aber am leichtesten mich von einem Bereich zum nächsten zu schaukeln.

Lange Zeit machte ich einen großen Bogen um harte Bleistifte. Ein Bleistift, der beinahe nie angespitzt werden muss, war mir nie so ganz geheuer. Sie eignen sich aber wirklich super für Haut und andere zarte Oberflächen.

Mit einem 2H und HB setze ich sehr vorsichtig Kontraste und modelliere die Augen. Wenn man lange nicht mehr gezeichnet hat, dann ist die ständige Angst abzurutschen und sich alles zu versauen fürchterlich groß. Aber irgendwie, mit sehr viel Geduld, hat es funktioniert. Das Schlimmste war hiermit erledigt.

Zu früh gefreut! Das Schlimmste kommt jetzt: Eine Hand.

Obwohl das auf dem Foto schon die dritte oder vierte Version der Hand ist, sie ist immer noch zu klein. Auf weiteres Gekritzel an ihr habe ich keine Lust mehr, daher bleibt sie so.

Zweite Baustelle: Der Kopf wirkt viel zu wuchtig! Plötzlich finde ich die alte Zeichnung gar nicht mehr so übel, schließlich passt dort selbst mit den riesigen Augen alles zusammen. Nunja, lerne aus den alten Fehlern… und mach‘ dabei neue, oder wie? :)

Was soll’s: Der 4H kommt wieder zum Einsatz und gemeinsam schleifen wir ihr den Unterkiefer zurecht. Ich bilde mir ein, der Kopf wirkt nun weniger wuchtig.

Noch die Jacke beenden und den Körper modellieren – fertig.

Hat’s was gebracht?

Um auf die Frage zu Beginn des Beitrages zurück zu kommen: Meiner Meinung nach lernt man bei einem Draw This Again wirklich in erster Linie aus den Fehlern der alten Version. Nach einigen Jahren Übung weiß man einfach, dass an gewisse Stellen immer Schatten gehören und man entwickelt auch ein besseres Gefühl für Proportionen – Hände in meinem Fall ausgenommen.

Klar sieht man auch einen Fortschritt, schließlich liegen 8 Jahre zwischen den Bildern, aber ich habe nur einiges besser machen können, weil ich es damals falsch gemacht habe.

Interessante Lektion für heute! Ich sollte es eines Tages wiederholen.

Kategorie: Zeichnungen
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